{"id":42,"date":"2016-12-22T16:13:27","date_gmt":"2016-12-22T15:13:27","guid":{"rendered":"http:\/\/dianameyer.de\/?page_id=42"},"modified":"2017-01-26T18:52:10","modified_gmt":"2017-01-26T17:52:10","slug":"thueringen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/dianameyer.de\/?page_id=42","title":{"rendered":"Th\u00fcringen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><strong>Die Entstehung und die regionalgeologische Gliederung Th\u00fcringens<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Bekanntlich ist die Erde ein Planet, der \u00fcber eine feste Kruste verf\u00fcgt, die auf einem glutfl\u00fcssigen Innern schwimmt. Doch diese Kruste ist nicht fest genug, um dem an sie wirkenden Kr\u00e4ften standzuhalten. Durch die Zentrifugalkr\u00e4fte der Erdrotation, die Gezeitenkr\u00e4fte des Mondes u. a. die vom Erdinnern wirkenden Kr\u00e4fte, zerbrach diese Kruste in zahlreiche Schollen, die sich gegen einander bewegten und so zu einer unterschiedlichen Oberfl\u00e4chengestalt unseres Planeten f\u00fchrten.<\/strong><br \/>\n<strong> <img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/diana-meyer.com\/heimat\/versteinerungennodosus.jpg\" width=\"196\" height=\"152\" align=\"left\" border=\"0\" hspace=\"10\" vspace=\"10\" \/><\/strong><br \/>\n<strong> So war es auch vor etwa 100 &#8211; 60 Mill. Jahren, am Ende der Kreidezeit, als\u00a0das gro\u00dfe Sauriersterben weltweit beendet war, und im Terti\u00e4r-Zeitalter die afrikanische Platte auf die europ\u00e4ische Platte auflief. Als Ergebnis dieses Kresches entstanden zun\u00e4chst die Alpen. Doch der Druck pflanzte sich weiter nach Norden fort, es wurden die Mittelgebirge als Hochschollen, meist an alten Br\u00fcchen, emporgepresst, die heute noch als Randst\u00f6rungen erkennbar sind.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Die Heraushebung der Mittelgebirge setzte bereits im Mesozoikum, also im Erdmittelalter, ein, erreichte aber ihren H\u00f6hepunkt erst vor einigen Millionen Jahren, am Ende des Terti\u00e4rs. Dabei wurde das Gebirge oft \u00fcber 1 000 m \u00fcber die Umgebung erhoben. Dadurch wurden Gesteine und Formationen freigelegt, die im Th\u00fcringer Becken und S-Th\u00fcringen erst in 500 m Tiefe erreicht werden, was durch Tiefbohrungen bewiesen wurde.<\/strong><br \/>\n<strong> <img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/diana-meyer.com\/heimat\/versteinerungenlevalorisi.jpg\" width=\"178\" height=\"155\" align=\"right\" border=\"0\" hspace=\"10\" vspace=\"10\" \/><\/strong><br \/>\n<strong> Bei diesem Vorgang f\u00fchrten aber die alten, vorher entstandenen Ver\u00e4nderungen, insbesondere die dabei entstandenen alten Schichten und Br\u00fcche, zu unterschiedlichen Schollenbewegungen. So wurde z.B. der Th\u00fcringer Wald zwischen zwei alten Br\u00fcchen, die von NW nach SO verlaufen, sogenannten herzynischen Br\u00fcchen, nach oben geschoben und gleichzeitig verdreht. Dabei ist das W-Ende st\u00e4rker nach oben gepresst worden und schmaler als das O-Ende. Ursache daf\u00fcr war vermutlich der Untergrund, der aus den Resten des Varistischen Gebirges bestand, welches vor ca 360 Mill. Jahren, z.Zt. des Carbon, zur Steinkohlenzeit, entstanden war. So wurde an dieser Stelle, in der N\u00e4he von Ruhla, daher auch die Bezeichnung Ruhlaer Kristallin, das Kristalline Grundgebirge durch die Erosion freigelegt, nachdem die dar\u00fcberliegenden Sediment-Deckschichten durch die Erosion wegbef\u00f6rdert worden waren. Die Erosion, die Abtragung des Gebirges, setzt stets ein, wenn ein Gebirge sich \u00fcber das Umfeld erhebt, also bereits bei seiner Entstehung. Durch den Vulkanismus w\u00e4hrend der Entstehung des Gebirges wurde seine geologische Vielfalt hervorgerufen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<strong> An den Th\u00fcringer Wald schlie\u00dft sich das Th\u00fcringer Schiefergebirge an. Die Grenze zum Th\u00fcringer Schiefergebirge ist unscharf, sie wird im allgemeinen mit der Linie Gehren, Altenfeld und Sch\u00f6nbrunn angenommen. Die Gesteine entsprechen hier vorwiegend der Erdaltzeit und erreichen ein Alter von \u00fcber 600 Millionen Jahren. Es sind meist Tonschiefer, Kieselschiefer, Quarzite, Kalke und Grauwacken, die eine Schichtdicke von 2 000 m erreichern. Sie sind vorwiegend Meeresablagerungen, die durch den hohen Druck und die Schollenbewegungen stark gefaltet und oft geschiefert wurden. Diese hohe Beanspruchung erfuhren die Sedimente vor etwa 300 Millionen Jahren zur Zeit der Auffaltung des Variszischen Gebirges, welches sich in NO-SW-Richtung erstreckte. Wie kompliziert Faltungen sein k\u00f6nnen, zeigt der Bohlen bei Saalfeld.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Zum Erzgebirge, Vogtland und Fichtelgebirge erfolgt ebenfalls ein allm\u00e4hlicher \u00dcbergang.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>\u00c4hnlich erging es Kyffh\u00e4user und Harz. Sie wurden zus\u00e4tzlich gekippt. Dadurch tritt das Kristallin am N-Rand der Gebirge zutage. Dabei muss man feststellen, dass der Kyffh\u00e4user nur das oberirdische Gebilde einer zum Th\u00fcringer Wald parallel verlaufenden Scholle, der Finne-St\u00f6rung, auch Hermundurische Scholle genannt, ist, die sich unterirdisch bis in den Raum Gera fortsetzt. Diese Scholle ist gleichsam der \u00f6stliche, begrenzende Teil des Th\u00fcringer Beckens, welches hier durch Unstrut und Saale entw\u00e4ssert wird.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Das Th\u00fcringer Becken hat dabei nur den Schub von S nach N \u00fcbertragen. Lediglich einige kleinere Schollen entstanden dabei. Zu nennen w\u00e4ren dabei die Fahnersche H\u00f6he, Hainleite, Windleite, und der Ettersberg. Sie sind vorwiegend Muschelkalkh\u00f6hen, die aus der Keuperlandschaft herausragen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Hainich und D\u00fcn begrenzen das Th\u00fcringer Becken im W und NW. Es besteht im wesentlichen aus Sedimentgesteinsschichten des auslaufenden Erdaltertums, der Zechstein-Formation, die vorwiegend aus Anhydrit oder Gips neben Salzen, insbesondere Natriumchlorid und Kalisalzen, besteht, und die Formationen des beginnenden Erdmittelalters, mit den aufeinander folgenden Formationen Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper. Sie bestehen insbesondere aus Ablagerungen, Sedimenten, eines Brackwasser f\u00fchrenden Binnenmeeres (Muschelkalk), des Germanischen Beckens, von S\u00fc\u00dfwasser f\u00fchrenden Binnengew\u00e4ssern (Keupersandstein) oder aus Sand bestehenden Sedimenten eines W\u00fcstenklimas (Buntsandstein). Die Schichten liegen dabei wie Teller \u00fcbereinander, wenn sie nicht gest\u00f6rt wurden. Bei Erfurt haben diese Sedimente eine Gesamtdicke von ca 1 000 m. Zum Rand des Beckens nimmt zwar die Dicke ab, erreicht aber meist noch Dicken von einigen hundert Metern.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><strong>\u00a0<\/strong><br \/>\n<strong> Das Relief Th\u00fcringens wurde schlie\u00dflich durch den Verlauf der Fl\u00fcsse, ihren Einschnitt in den Untergrund und die Ablagerung ihres Ger\u00f6lles gepr\u00e4gt. An Hand des Verlaufs der Flussterrassen und ihrer H\u00f6henlage kann man \u00fcber den Verlauf der Fl\u00fcsse und ihre Geschichte R\u00fcckschl\u00fcsse ziehen. Weiterhin wurde das Relief Th\u00fcringens durch die Eiszeiten gepr\u00e4gt. N Th\u00fcringen wurde vor etwa \u00bd Millionen Jahren mindestens zweimal durch die Eiszeit \u00fcberrollt. Die Grenze der s\u00fcdlichsten Vereisung verlief in Th\u00fcringen z. Zt. der Elsterkaltzeit -Vereisung entlang der Linie M\u00fchlhausen, Erfurt, Weimar, Gera. Es war der vor 250 000 bis 300 000 Jahren gr\u00f6\u00dfte Vorsto\u00df des Eises. Findlinge, oft tonnenschwere Gesteinsbrocken, wurden in der Landschaft vom Eis hinterlassen, die es von Skandinavien bis nach Th\u00fcringen transportierte.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>S\u00fcdlich des Th\u00fcringer Waldes haben wir zun\u00e4chst auch die Schichten der Trias-Formation, Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper, doch diese sind st\u00e4rker als im Th\u00fcringer Becken durch den Vulkanismus im Terti\u00e4r gest\u00f6rt. Es entstand hier die R\u00f6hn mit ihren kegelf\u00f6rmigen vulkanischen Erhebungen.<\/strong><br \/>\n<strong> Wesentlich komplizierter ist die geologische Beschaffenheit des Th\u00fcringer Landes zum Erzgebirge hin. Auf eine Darstellung sei hier verzichtet.<\/strong><br \/>\n<strong> Nach NO hin geht das Land in die N-deutsch-s\u00e4chsische Tiefebene \u00fcber, die durch dem Keuper aufliegende L\u00f6\u00df und Lehmschichten gekennzeichnet ist.<\/strong><br \/>\n<strong> Die L\u00f6\u00dfbedeckung war es, die zusammen mit den organischen Pfanzenresten f\u00fcr die Ausbildung von Humus sorgte. Hier beginnen die fruchtbaren Agrarbereiche des Landes Th\u00fcringen, die sich entlang der Fl\u00fcsse Unstrut, Saale, Helme und Wei\u00dfe Elster hinziehen, der ertragreiche Boden gleiche Bodenwertzahlen wie in der Magdeburger B\u00f6rde erreicht.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Ludwig Meyer, Erfurt,\u00a0Dezember 2005<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\">Beitr\u00e4ge,\u00a0Bilder\u00a0und\u00a0Grafiken sind nicht zur kommerziellen Nutzung freigegeben!<br \/>\n<span style=\"font-size: xx-small;\">Wir k\u00f6nnen keine Garantie auf Richtigkeit und Vollstandigkeit der Angaben geben !<br \/>\nLinks wurden mit der Absicht auf Inhalte gesetzt die den Tourismus dienlich sind.<br \/>\nSollten Sie Inhalte erkennen, die gegen Gesetze versto\u00dfen oder in denen Rechte verletzt werden, informieren\u00a0sie\u00a0uns\u00a0bitte\u00a0umgehend,\u00a0damit wir diese entfernen k\u00f6nnen!<br \/>\nCopyright \u00a9 2005\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.diana-meyer.com\" target=\"_top\">www.diana-meyer.com<\/a> \u00a0Alle Rechte vorbehalten<\/span>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Entstehung und die regionalgeologische Gliederung Th\u00fcringens Bekanntlich ist die Erde ein Planet, der \u00fcber eine feste Kruste verf\u00fcgt, die auf einem glutfl\u00fcssigen Innern schwimmt. 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